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WARUM gibt es Latein als Schulfach?

Über diese Frage erhitzen sich nicht selten die Gemüter. Es könne schon sein, so meinen manche, dass antike Texte interessant seien, sie seien dann aber bereits übersetzt und man könne sich die Zeit und Mühe sparen, eine tote Sprache mühsam zu erlernen; stattdessen könne man gleich die bereits vorhandene Übersetzung lesen.

Nicht wenige vertreten dagegen die Meinung, ein Gedanke könne nur adäquat in eben der Sprache erfasst werden, in der er zuerst formuliert wurde. Wortwahl, Satzbau und Stil entscheiden nämlich wesentlich, bis in welche Dimensionen der Wirklichkeit ein Gedanke dringen kann, bzw. welche Dimension der Wirklichkeit er zur Sprache bringen kann. Übersetzungen sind bereits Interpretationen.

Wer die Ethymologie der Begriffe beherrscht, aus denen ein Gedanke ursprünglich gebildet wurde, der erfasst weit mehr als jemand, der sich auf die Wortwahl anderer verlässt und nur mit Begriffen konfrontiert wird, denen man die Strahlkraft genommen oder die Spitze gebrochen hat.

Aber es ist müßig, in einen Rechtfertigungskampf einzutreten. Solange es Menschen gibt, die von der lateinischen Sprache fasziniert sind, wird es andere Menschen geben, die sich von dieser Faszination anstecken lassen. Und es gibt nicht wenige Kinder, die von sich aus neugierig auf Latein werden. Darum bemüht man sich stets aufs Neue, Wege zu finden, diese Neugierde aufzugreifen und lebendig zu erhalten.

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