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Zeit für Geschichte – Abba Naor besucht die 9. Jahrgangsstufe

Zeitzeugen sind Menschen, die nicht nur über die Geschichte berichten, sondern die Teil der Geschichte wurden, deren Geschichten uns die Geschichte vor Augen führen, sie lebendig und falls überhaupt möglich, begreifbar machen. Vor allem die Geschichte des Holocaust ist für die Schüler von heute ebenso unbegreiflich wie weit entfernt.

Vermutlich deshalb wird es ruhig und aufmerksam im Vortragsaal, als Herr Naor mit seinen 88 Jahren vor die Schüler tritt und seine Geschichte erzählt. Seine Geschichte ist die des 13jährigen litauischen Juden, der von heute auf morgen seine Kindheit verliert und der im Alter der anwesenden Schüler bereits die meisten Verwandten verloren hatte und nach Jahren im GhettoKaunas zunächst in Utting und dann in Kaufering als KZ-Arbeitshäftling versucht, am Leben zu bleiben.

Herr Naor spricht von dem Neid, den er immer noch verspürt, wenn er sorglose Schüler auf ihrem Weg in die Schule sieht. So eine Kindheit hätte er auch gerne gehabt. Er erzählt eindringlich vom Hunger und von der Not und von den unfassbaren Grausamkeiten, die Menschen in Nazideutschland verübten. Er erzählt aber auch von den Freunden, die ihn am Leben hielten und die seine Familie wurden, weil er sonst keine Familie mehr hatte (nur sein Vater überlebte).

Bis heute erkennt man seine Fassungslosigkeit gegenüber den Taten, die an unschuldigen und wehrlosen Kindern verübt wurden, und er verurteilt die „Entschuldigung“, man hätte auf Befehl gehandelt als zutiefst unmenschlich.

Mehrmals wendet er sich an die Schüler, um ihnen zu versichern, sie trügen keine Verantwortung für das Geschehene, ab er in ihrer Verantwortung liegt es, dass sich die Geschichte nicht wiederhole.

Mit Energie und Herz trägt Herr Naor mit seiner Geschichte dazu bei.

Sabine Simon

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