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Bericht von Frau Kokos und Herrn Stellwag

Nachdem einige Jahre lang kein Schüleraustausch mit unserer französischen Partnergemeinde Pauillac, am Mündungstrichter der Gironde ca. 50 km von Bordeaux gelegen, durchgeführt werden konnte, ist es uns in diesem Schuljahr gelungen, wieder einen "echten, offiziellen" Austausch mit dem Lycée Odilon Redon durchzuführen. "Echt und offiziell" deshalb, weil wir schon im letzten Jahr einen Austausch geplant hatten, der aber leider daran scheiterte, dass sich auf französischer Seite nicht genügend interessierte Schüler fanden. Dies lag vor allem daran, dass im Südwesten Frankreichs die Zahl der Schüler, die deutsch lernen, eher gering ist. Um den Austausch jedoch wiederzubeleben, sind wir im April letzten Jahres mit einer Gruppe von Schülern unseres Gymnasiums nach Bordeaux gefahren, haben dort in einer Jugendherberbe übernachtet, von dort aus mit unserer Partnerschule vor Ort Kontakt aufgenommen und gemeinsame Aktivitäten durchgeführt. Es stand u. a. ein gemeinsamer Ausflug mit den französischen Schülern auf dem Programm. Zudem ist es gelungen, dass unsere Schüler das Wochenende in einer französischen Familie verbrachten. Dank dieses "inoffiziellen" Besuchs in Pauillac ohne Gegenbesuch der Franzosen in Deutschland, ist es gelungen, das Interesse bei unseren Nachbarn für unser Land, unsere Stadt und unsere Sprache zu wecken, so dass sich in diesem Schuljahr insgesamt 19 französische Schülerinnen und Schüler für den Austausch angemeldet haben. Der Austausch konnte also wie vorgesehen stattfinden.

Schnell wurden alle nötigen Unterlagen vorbereitet, Eltern- und Schülerinformationsbriefe verfasst und vor allem passende Termine ins Auge gefasst. Die Kommunikation und Planung lief auf Hochtouren, und am 4. Februar 2009 war es dann soweit. Wir machten uns auf den Weg zum Münchner Flughafen, um unsere Partner dort abzuholen. Die Aufregung war groß, legte sich aber sehr schnell und man kam ins Gespräch, und fand Gefallen daran, einen Austauschpartner für 10 Tage zu beherbergen und sich um ihn zu kümmern. Während dieses ersten Teils des Austausches wurden zahlreiche Unternehmungen durchgeführt. Eine sehr spannende und erlebnisreiche Woche lag vor und bald schon hinter uns. Höhepunkte des Aufenthalts der Franzosen in Pullach waren sicherlich der gemeinsame Ausflug nach Salzburg, der offizielle Besuch beim Bürgermeister von Pullach, Herrn Dr. Westenthanner, sowie der deutsch-französische Abschiedsabend am Donnerstag, den 12. Februar, in der Aula des Gymnasiums. Für diesen haben die Eltern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Teilnehmer selbst ein wunderbares Buffet zusammengestellt, das bei allen großen Anklang fand. Besonders erfreulich war das von den Schülerinnen und Schülern organisierte Rahmenprogramm, welches dem Abend eine ganz besondere Note verlieh und zum Ausdruck brachte, wie sehr sich die Partner im Laufe der Woche kennen- und schätzen gelernt haben. Vielen Dank an die Teilnehmer für all die tollen Beiträge.

Nachdem die Franzosen uns am 13. Februar wieder – unter Tränen – verließen, wurden schon die ersten Vorbereitungen für den Gegenbesuch in Pauillac getroffen. Dank moderner Kommunikationsmedien blieben wohl alle in Kontakt und konnten schon Planungen für den Aufenthalt in Frankreich anstellen. Dieser kam dann auch sehr schnell. Am 29. April, um punkt 5 Uhr morgens war Treffpunkt am S-Bahnhof und mit dem TGV ging es ab nach Bordeaux. Dort erlebten unsere Schülerinnen und Schüler eine ebenfalls ereignisreiche und sehr gut organisierte Woche. Höhepunkte waren wohl auch hier der gemeinsame Ausflug an die Atlantikküste, sowie der Besuch beim Bürgermeister von Pauillac und die „Soirée franco-allemande“. Während dieser Woche bekamen unsere Schülerinnen und Schüler einen guten Einblick in das französische Alltagsleben sowie das Schulsystem. Zudem konnten sie ihre im Unterricht erworbenen Sprachkenntnisse anwenden und verbessern Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Schuljahr wieder einen regulären Austausch mit unserer Partnergemeinde Pauillac durchführen können. Das Interesse in beiden Ländern ist sicherlich auch dank dieses Aufenthalts gewachsen.

In diesem Sinne möchten wir uns bei allen Teilnehmern bedanken, die sicherlich durch ihr diszipliniertes Verhalten, durch ihren Einsatz und die Bereitschaft, Neues vorurteilsfrei kennen lernen zu wollen und sich auch mit mancher Kuriosität zu arrangieren dazu beigetragen haben, dass wir ein gutes Bild bei unseren Partnern hinterlassen haben. Unser Dank gilt außerdem der Schulleitung, die diesen Austausch sehr unterstützt hat und uns organisierenden Lehrkräften keinerlei Steine bei der Organisation und Durchführung in den Weg legte. Ganz besonderer Dank gilt auch unserer Kollegin Frau Renner sowie den beiden Kolleginnen Frau Aufleger und Frau Dr. Schmitz-Burgmer, die sich sofort bereit erklärt haben, die beiden französischen Deutschlehrerinnen Mme Abide und Mme Bajeux bei sich zu beherbergen. Außerdem gilt unser Dank dem Förderverein unseres Gymnasiums, der durch seine finanzielle Unterstützung dazu beigetragen hat, dass sich die Kosten insgesamt im Rahmen hielten.

Daniela Kokos / Peter Stellwag

Aus Schülersicht

Am 29.April 2009 um punkt 5 Uhr morgens standen wir zusammen mit 17 weiteren Schülern auf dem Bahnhof, um den Zug nach Bordeaux zu erwischen. Nachdem wir, zwar müde, aber sehr aufgeregt und gespannt auf das Kommende in den TGV gestiegen waren, fingen wir an uns über die aussichtsreichen nächsten Tage zu unterhalten. Viele Spiele und Zeitschriften machten die lange Fahrt bis Paris unterhaltsam. Dort angekommen mussten wir zunächst unsere Koffer durch die Pariser Metro ziehen, bis wir schließlich den Gare Montparnasse erreichten, um den Anschlusszug nach Bordeaux zu nehmen.

Am Bahnhof wurden wir von unseren Austauschpartnern, die wir zuletzt im Februar gesehen hatten, herzlich empfangen und unsere lebhafte Gruppe begab sich nach Pauillac. In der Schule wurden wir mit Essen und Trinken versorgt und von dem Schulleiter und einigen Lehrern begrüßt. Den Abend verbrachten wir in den Gastfamilien, wo ein aufwendig zubereitetes Abendessen auf uns wartete.

Als am nächsten Tag die Deutschen für einen Ausflug nach Bordeaux zusammentrafen, gab es natürlich erst einmal viel zu besprechen. Nach einer aufschlussreichen Führung durch die Stadt, bekamen wir noch etwas freie Zeit, um Essen zu gehen oder nach Mitbringseln Ausschau zu halten. Mit vollen Einkaufstüten kehrten wir abends erschöpft in unsere Familien zurück.

Das folgende Wochenende verbrachten alle bei den Austauschpartnern, die sich jeweils ein unterschiedliches Wochenendprogramm überlegt hatten:
Barbara Streppl: "Wir verbrachten das Wochenende mit Surfen und Klettern"
Clara Tepohl: "Ich hatte viel Spaß am Strand"
Verena Zielinski: "Die Geburtstagsfeier am Freitag war sehr lustig."

Nach diesen ereignisreichen drei Tagen freuten wir uns sehr darauf wieder einmal etwas mit der Gruppe zu unternehmen. Diesmal ging es nach St. Emilion, einem kleinen Weinort, ca. 60 Kilometer von Bordeaux entfernt. Dort erhielten wir eine umfassende Führung durch eine antike Kirche und probierten anschließend die für Südfrankreich typischen Kekse. Nachmittags besichtigten wir einen familiär geführten Weinkeller der berühmt für seine Herstellung eines speziellen französischen Weines, dem Crémant , war.

Am Donnerstags besuchten wir zusammen mit unseren Austauschschülern die Schule, und erhielten einen Einblick in das französische Schulsystem. Es fiel sofort auf, dass die französischen Schulen weitaus strenger geführt werden als bei uns. Außerdem waren wir von den zahlreichen Freistunden ein wenig irritiert. Einen weiteren Höhepunkt unseres Aufenthalts in Pauillac bildete der herzliche Empfang beim Bürgermeister im Rathaus.

Am Mittwoch fand der große gemeinsame Ausflug ans Meer statt. Zusammen mit den Franzosen begannen wir den Tag bei einem von den französischen Lehrern organisierten Picknick am Fuße der Dune de Pilar. Anschließend stiegen wir die Treppe zur Düne hinauf, um uns dort bei grandiosem Wetter zu bräunen und im Atlantik zu baden. Der Aufbruch in die Stadt Arcachon erfolgte für uns alle viel zu schnell. Nach einem Besuch des Austernmuseums rangen sich am Ende dann doch alle dazu durch, diese bekannte und überall geschätzte Delikatesse zu probieren. Wir konnten noch ein wenig durch die Stadt bummeln, doch bald mussten wir die Rückkehr nach Pauillac antreten. Es dürfte wohl kaum verwundern, dass wir abends sehr müde ins Bett fielen.

Nachdem wir Donnerstag noch einmal die Schule besucht hatten, durften oder mussten wir um 19.00 Uhr schon unsere "Fete d´Adieu" feiern. Der Abend wurde sehr lustig und besonders die Darbietungen trugen wesentlich zur Belustigung aller bei. Für reichlich Essen und Trinken war von den einzelnen Familien gesorgt worden und die Krönung bildete die Übergabe von diversen Geschenken wie beispielsweise einem T-shirt. Doch schließlich ging leider auch dieser Abend zu Ende und wir mussten das Fest verlassen, um die Koffer zu packen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten sich alle tränenreich von ihren Gastfamilien und Austauschpartnern. Mit vielen Eindrücken und Erinnerungen ging zurück nach Hause!

Abschließend möchten wir uns bei unseren Lehrern Frau Kokos und Herrn Stellwag für die Organisation und Durchführung dieses Schüleraustausches bedanken. Wir werden sicherlich noch lange daran zurückdenken.

Hanna Hock und Helena Wedershoven

Die Franzosen in Pullach

Am Mittwoch, den 04. Februar, fuhren die 19 Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Pullach, die am Austausch teilnahmen, zum Münchner Flughafen, um dort gespannt auf ihre französischen Austauschpartner, die für zehn Tage bei ihnen in den Familien wohnen würden, zu warten.

Als die Franzosen aus unserer Partnerschule in Pauillac dann endlich durch die Glastüren kamen, begrüßten wir sie aufgeregt und hießen sie herzlich in München willkommen. Bereits auf der Fahrt mit der S-Bahn zurück zur Schule, bildeten sich aus den schon im Voraus durch E-Mailkontakt entstandenen Bekanntschaften die Anfänge von Freundschaften unter Franzosen und Deutschen. Bei der Willkommensfeier im Gymnasium waren dann auch unsere Eltern anwesend, mit denen wir und die Austauschpartner schließlich nach Hause fuhren. Zu Hause zeigten wir unseren Austauschpartnern ihre Zimmer und verbrachten anschließend gemeinsam einen schönen ersten Abend. Nachdem die Franzosen am Donnerstagvormittag bei einer Besichtigungstour Münchens Sehenswürdigkeiten gezeigt bekommen hatten, trafen wir uns nachmittags alle bei Marili und hatten viel Spaß bei Singstar, Twister und einer Schneeballschlacht, von der die Franzosen besonders begeistert waren. Danach aßen wir alle zusammen Spaghetti Bolognese.

Am Freitag besuchten die französischen Austauschschüler die Bavaria Filmstudios. Nachmittags wurde von uns eine große Auswahl an Aktivitäten geboten. Manche von uns nahmen ihre Franzosen mit zum Tanzkurs, und später mit ins Kino - andere verbrachten einen gemütlichen Abend beim Racletteessen. Am folgenden Tag gingen wir in die Stadt: Die Mädchen zum Shoppen – die Jungs ins Hofbräuhaus, wo die Austauschpartner gleich sämtliche bayerische Spezialitäten probierten. Für den Abend hatten wir die Kegelbahn im Bürgerhaus gemietet. Diejenigen, die anschließend immer noch nicht müde waren, fuhren noch in die Stadt und tobten sich beim Tanzen aus.

Der Sonntag wurde in den Familien verbracht. Wir gingen mit unseren Austauschpartnern ins Museum, spielten Karten, gingen in den Zoo oder besichtigten das beeindruckende Schloss Neuschwanstein.

Am Montag hatten wir schulfrei und fuhren alle mit dem Zug für einen Ganztagesausflug nach Salzburg, wo wir im Rahmen einer Stadtführung, bei der die Franzosen einen Einblick in die wunderschöne Altstadt bekommen konnten, Schloss Mirabell und mehrere Kirchen besichtigten und echte Mozartkugeln kauften. In unserer freien Zeit am Nachmittag wurden auch in Salzburg die Geschäfte unsicher gemacht.

Am Dienstag gingen die Austauschschüler mit uns in die Schule und sahen sich den deutschen Unterricht an. Danach lud Verena uns alle zu sich nach Hause ein und dort verbrachten wir einen lustigen Nachmittag zusammen. Am Abend schauten sich manche von uns bei einem Videoabend mit ihren Austauschpartnern den Film „Französisch für Anfänger“ an, indem es um einen deutsch-französischen Schüleraustausch geht, bei dem mit viel Witz alle Klischees bestätigt werden. Die Franzosen lachten sich „schlapp“ und sagten immer wieder: „So ist es bei uns aber nicht!“.

Am nächsten Morgen gingen wir alle zusammen zum Pullacher Bürgermeister, der die Franzosen begrüßte und jedem ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin ein Isartaler“ bzw. „Ich bin eine Isartalerin“ schenkte. Den Nachmittag verbrachten alle damit das Programm für den Abschiedsabend zu erstellen, für das Buffet leckere Sachen zu backen, zu kochen oder zu dekorieren.

Am Donnerstag begleiteten die Franzosen uns noch einmal in die Schule. Danach wurden die letzten Vorbereitungen für den „Soirée franco-allemande“ getroffen und die Programmpunkte geprobt. Bei der Aufführung selbst lief alles glatt und wir alle genossen einen wunderschönen Abend, den einige Franzosen, weil sie nicht mehr nach Hause fahren wollten, unter Tränen verließen.

Freitagmorgen um 9.00 Uhr brachten wir die Austauschpartner zum Bahngleis, wo wir uns unter Tränen verabschiedeten. Als die S-Bahn schließlich kam und die Franzosen einstiegen, waren wir ehrlich gesagt auch ein bisschen froh und erleichtert, dass alles so gut geklappt hat.

Insgesamt gesehen war dieser erste Teil des Austausches eine sehr wertvolle Erfahrung für uns. Einen ausländischen Gast, der eine andere Kultur und Mentalität besitzt, für 10 Tage in seiner Familie zu beherbergen, sich um ihn zu kümmern und mit ihm in verschiedenen Sprachen „Deutsch – Französisch – Englisch – Hände – Füße“ zu kommunizieren, ist doch bisweilen ein wenig anstrengend. Nach dieser Erfahrung waren wir sehr gespannt darauf, wie es sein werde, wenn wir 10 Tage in Pauillac und Umgebung verbringen werden, um zu sehen, wie unsere Austauschpartner leben. 

Clara Tepohl / Valerie Hannwacker

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