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Übersicht

Seit dem Schuljahr 2007/2008 führt unser Gymnasium in den modernen Fremdsprachen die nach der GSO in einer Jahrgangsstufe verpflichtende „Mündliche Schulaufgabe“ durch. Die Fachschaft Französisch hat folgende Jahrgangsstufen für den Ersatz einer schriftlichen durch eine mündliche Schulaufgabe gewählt:



Schuljahr Jahrgangsstufe Jahrgangsstufe Jahrgangsstufe
2007 / 2008 7 11 (F2 + F3)
2008 / 2009 7 11 (F2 + F3) 10 (F2 + F3)
2009 / 2010 6 7 10 (F2 + F3)
2010 / 2011 ff. 6 7 9 (F2 + F3) /
10 (F2 + F3)

Durch diese „mündliche Schulaufgabe“ wird, ganz im Sinne des neuen Lehrplans und des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GeR) für Fremdsprachen, die Rolle des Mündlichen im Französischunterricht deutlich aufgewertet. Die Schüler sollen demnach von Anfang an angeregt werden, sich in der Fremdsprache zu äußern und zu verschiedenen Themen (auch spontan) Stellung zu beziehen. Im Rollenspiel sind sie aufgefordert, ganz alltägliche Situationen, wie sie im Ausland vorkommen können, nachzuspielen oder über einen bestimmten Sachverhalt in der Fremdsprache zu diskutieren und zu argumentieren.

Aufbau der Prüfung

Die Prüfung beginnt mit einer so genannten „warming-up-Phase“, bei der die Schüler z. B. über ihr privates Umfeld, über ihre Hobbies, Vorlieben, Urlaubspläne etc. gefragt werden. Hierbei wird kein Detailwissen gefragt, sondern ein ganz alltägliches, normales Gespräch simuliert, wie es aussieht, wenn man auf frankophone Muttersprachler trifft. Im Anschluss folgt eine Bildbeschreibung oder die Beschreibung und Kommentierung einer Karikatur. In fortgeschrittenem Lernstadium kann dies auch durch ein Schlüsselwort oder einen kurzen Text ersetzt werden, zu dem der Schüler Stellung nehmen soll. Hierbei handelt es sich um eine monologische Phase, d. h. der Schüler soll in zusammenhängenden Sätzen, möglichst ohne Zwischenfragen des Prüfers, das vorgelegte Bild beschreiben und gegebenenfalls kommentieren, bzw. sich zum gestellten Thema / Schlüsselwort äußern. Im Anschluss daran erfolgt der dritte und zeitlich längste Prüfungsteil, die dialogische Phase. Dialogpartner ist ein durch das Los ermittelter Mitschüler. Für diesen Prüfungsteil können sich die Schüler vor der Prüfung vorbereiten. Jedem Prüfungsteilnehmer wird hierbei eine bestimmte Rolle zugewiesen, die er während der Prüfung einzuhalten hat. Er weiß nicht, welche Rolle bzw. welche Haltung der Sprechpartner einnehmen muss. Im Dialog sollen beide Schüler miteinander diskutieren; Überlegungen anstellen und zu einem Ergebnis kommen. Auch hier halten sich die prüfenden Lehrkräfte mit gezielten Fragen weitgehend zurück und schreiten nur dann helfend ein, wenn die Schüler Schwierigkeiten haben.
Ich bitte unbedingt zu beachten, dass dies nur das grobe Schema der mündlichen Prüfung darstellt. Für den genauen Ablauf sind die jeweiligen Lehrkräfte, die in den betroffenen Klassen unterrichten, verantwortlich. Von daher kann es durchaus zu Abänderungen im genauen Ablauf der Prüfung kommen. Die Lehrkräfte weisen jedoch bereits zu Beginn eines jeden Schuljahres auf diese Prüfung hin und bereiten ihre Schüler gezielt darauf vor. Bei gezielten Fragen zum Ablauf sowie zur Bewertung wenden Sie sich bitte an die jeweilige Fachlehrkraft.

Bewertung der Mündlichen Schulaufgabe

  • Aussprache und Intonation
  • Sprachliche Mittel und Sprachrichtigkeit
  • Strategie und Interaktion
  • Aufgabenerfüllung und Inhalt

Für alle Bereiche gibt es stets fünf Bewertungseinheiten, die einem Wortgutachten entsprechen. In den ersten Lernjahren steht das Erlernen der korrekten Aussprache und Intonation im Vordergrund und kann folglich stärker gewichtet werden als am Ende oder nach Abschluss der Spracherwerbsphase. Mit zunehmendem Lernfortschritt verfügen die Schüler über eine größere Bandbreite an sprachlichen Mitteln (Grammatik und Lexik), die sie idiomatisch korrekt und situationsadäquat sowie adressatenbezogen verwenden können müssen. Folglich werden die sprachlichen Mittel im Laufe der Zeit vielfältiger, was die Prüflinge unter Beweis stellen sollen. Allerdings steht bei der Bewertung der Sprachlichen Mittel und der Sprachrichtigkeit weniger die Häufigkeit von Fehlern sondern vielmehr deren kommunikative Relevanz im Vordergrund. Gelingt es einem Schüler, sich gut verständlich auszudrücken und im Redefluss zu bleiben, macht er dabei aber einige (leichte Flüchtigkeits-)Fehler, die den Sinn und das Verständnis nicht beeinträchtigen, so ist dies grundsätzlich besser, als wenn ein Schüler kaum kommuniziert und wenig Bereitschaft zur Konversation zeigt, dabei aber weniger sprachliche Fehler macht.

Im Bereich Strategie und Interaktion soll der Schüler zeigen, dass er über verschiedene situationsspezifische Gesprächsstrategien verfügt und diese flexibel und spontan einsetzen kann. So soll er auf seinen Gesprächspartner eingehen und an einem Gespräch teilnehmen können. Wenn man den Partner beispielsweise nicht versteht, oder selbst nicht weiter weiß, so ist es positiv, durch geschickte Fragen das Gespräch aufrecht zu halten und angemessen auf unvorhersehbare Situationen zu reagieren.

In der vierten Kategorie – Aufgabenerfüllung und Inhalt – wird vorwiegend bewertet, ob der Schüler in der Lage ist, eine bestimmte Rolle einzunehmen und dieser entsprechend angemessen diskutieren und agieren kann. Natürlich werden die Aufgabenstellungen mit zunehmendem Lernfortschritt komplexer und entstammen ab dem Niveau A2 nicht mehr ausschließlich vertrauten Kontexten. Neben entsprechenden Sachkenntnissen sind hier auch die gedankliche Organisation, die Relevanz und Kohärenz der Redebeiträge und nicht zuletzt auch das Erreichen der kommunikativen Ziele für die Bewertung wichtig. Für die genaue Bewertung sowie die Gewichtung wenden Sie sich bitte ebenfalls an die jeweilige Lehrkraft, die in den entsprechenden Jahrgangsstufen unterrichtet.

In der mündlichen Schulaufgabe werden wie bei jeder schriftlichen Schulaufgabe Bewertungseinheiten vergeben. Für jeden der vier Kategorien gibt es jeweils maximal 5 Bewertungseinheiten. Jede Kategorie wird je nach Jahrgangsstufe und Schwerpunktsetzung unterschiedlich gewichtet, so dass man maximal ca. 40 bis 60 Punkte erreichen kann. 50% der Punkte sind notwendig für die Note 4. Jeder Schüler erhält nach der Schulaufgabe (binnen der üblichen Korrekturzeit) ein Blatt, auf dem die Note sowie die in jeder Kategorie erreichte Punktzahl vermerkt ist. Gegebenenfalls ist die Punktzahl durch ein kurzes Wortgutachten ergänzt, falls nicht kann der Schüler dies bei der jeweiligen Lehrkraft erfragen. Dieses „Schulaufgabenblatt“ ist binnen einer Woche – wie bei einer schriftlichen Schulaufgabe – in unveränderter Form an die Lehrkraft zurück zu geben.

Im Übrigen wird künftig auch im Abitur (G8) in den modernen Fremdsprachen eine mündliche Prüfung Teil der Abiturprüfung sein, sofern eine moderne Fremdsprache als schriftliches Abiturprüfungsfach gewählt wird. Von daher gilt es rechtzeitig mit dem Sprechtraining anzufangen. Sinnvoll ist es, sich im laufenden Unterricht permanent zu Wort zu melden und Redebeiträge zu liefern. Gerade hier zahlt sich das stetige Training aus, und ein Schüler, der sich im Laufe der Zeit einige Gesprächsstrategien (diese finden sich in den Lehrbüchern beispielsweise in den so genannten „on dit-Kästchen“, fast in jeder Lektion) zurecht gelegt hat, wird immer wieder auf diese zurückgreifen können, wenn es darauf ankommt. Im Unterschied zur schriftlichen Schulaufgabe, muss ein Schüler spontan reagieren können und den nötigen Wortschatz sowie die grammatikalischen Strukturen sofort parat haben, sonst findet keine Konversation mehr statt.
Für Schüler, die ihre kommunikativen Fertigkeiten außerhalb des regulären Unterrichts trainieren wollen, bietet das Gymnasium Pullach in diesem Schuljahr einen Wahlkurs - Konversation Französisch, der jeweils im 14-tägigen Wechsel zwischen 2 Niveaustufen (A2 und B1 gemäß dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Fremdsprachen) stattfindet. In diesem wird zum Sprechtraining auch das Hörverstehen anhand von authentischem Material – ohne Notendruck - geübt.
In der so genannten DELF-Prüfung, in der die Schüler freiwillig ein international anerkanntes Sprachendiplom vom französischen Erziehungsministerium erwerben können, ist neben einer Hörverstehensaufgabe ebenfalls eine mündliche Prüfung abzuleisten. Die mündliche Schulaufgabe, die von der Schule durchgeführt wird, orientiert sich inhaltlich und formal an den DELF-Prüfungen.
Ich möchte nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Beitrag Ihrer Information dienen soll. Für den genauen Ablauf der Prüfung sowie das Bewertungsschema und die Schwerpunktsetzung der einzelnen Kriterien sind ausschließlich die Lehrkräfte verantwortlich, die die Prüfung vorbereiten und durchführen. Für gezielte sowie für alle weiteren Fragen stehen alle Französischlehrkräfte zur Verfügung.

Peter Stellwag

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