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Die kleine Hexe zum Leben erweckt

„Ich bin ein Geschichtenerzähler“, sagte Otfried Preußler von sich. Davon überzeugen konnten sich jetzt im Behandlungszentrum Aschau (BZ Aschau) die Besucher der Lesung zum vierten Todestag des Schriftstellers. Seine Märchen- und Sagengestalten wurden in der „Talstation“ wieder lebendig.

Aschau – In diesem Jahr feiert das BZ Aschau seinen 100 Geburtstag und „die dumme Augustine“ (Maria Braun) wollte der segensreichen Einrichtung im Priental zu diesem Jubiläum eine Geschichte von Otfried Preußler schenken. So ganz konnte sie sich noch nicht entscheiden, denn die Vielfalt des Angebotes war zu groß und die angebotenen Geschichten waren alle so gut. Aber bis zum Tag des Jubiläums im Mai sind noch ein paar Wochen Zeit für diese Entscheidung.

In den Hungerjahren des Ersten Weltkriegs schickte der Katholische Jugendfürsorgeverein München bedürftige Kinder zur Erholung aufs Land. Theodor Freiherr von Cramer-Klett von Ho hen aschau stellte ein Haus in Haindorf und Geld für „bedürftige Krüppelkinder“ zur Verfügung. 1918 schenkte Baron Cramer-Klett das gesamte Anwesen dem Katholischen Jugendfürsorgeverein München. Er blieb zeitlebens mit der Aufgabe und den Kindern verbunden.

Otfried Preußlers Erzählungen machten für Augustine und die Besucher aus Aschau und vom Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach die Märchen- und Sagenwelt wieder lebendig. Seit fast drei Generationen werden seine Bücher gelesen, die Figuren daraus sind nahezu allen vertraut.

Die Kleine Hexe (Doris Gschlößl) erschien leibhaftig mit Kopftuch, bunten Gewändern und Hexennase und erzählte von ihren Abenteuern. Den Zuhörern im gut besuchten Veranstaltungsraum im BZ Aschau sind die Geschichten von Otfried Preußler bestens bekannt, so konnten sie bei den sechs Geschichten – vorgelesen vom Chefarzt Dr. Peter Konsek über Hans Eckert und Schulleiterin Susanne Kremer bis hin zu Philipp Manuel Riedl, Doris Gschlößl, Sophia Schneeweis, Sebastian Meierdiercks und Fabian Neubauer vom BZ Aschau sowie Oberstudiendirektorin Renate Einzel-Bergmann vom Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach – richtig mit den Helden mitfiebern.

Sechs Erzähler, sechs Helden, sechs Bücher – die Zahl Sechs tauchte immer wieder auf. Zudem gehören die Bücher für alle Patienten, Bewohner und Mitarbeiter im BZ Aschau nahezu zum Basiswissen. Die Gruppen der Tagesstätte im BZ sind nach den bekanntesten Werken von Otfried Preußler benannt, von der kleinen Hexe, dem kleinen Gespenst, und dem kleinen Wassermann über den Räuber Hotzenplotz, „Hörbe mit dem großen Hut“ und Pumphutt bis hin zu den „Abenteuern des starken Wanja“. Anita Biebl, Susanne Wernberger und Simone Auer umrahmten mit einem gemeinsamen Chor – bestehend aus den Schülern des Aschauer Behandlungszentrums und des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach – den Abend musikalisch.

15000 Euro brachten die Schüler des Pullacher Gymnasiums mit nach Aschau. Schülersprecher Quirin Stahuber und Oberstudiendirektorin Renate Einzel-Bergmann überreichten den Scheck an Geschäftsführer Elmar Kuhn. Das Geld hatte das Gymnasium beim Weihnachtsbasar und mit einem Spendenlauf über 3000 Kilometer erwirtschaftet. Elmar Kuhn, bedankte sich bei Renate Einzel-Bergmann und den Schülern für die großherzige Spende. Der Spielplatz des Behandlungszentrums, der durch das Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, soll mit diesen Mitteln wieder hergestellt werden.

Kuhn erinnerte an das langjährige segensreiche Wirken von Otfried Preußler für das Behandlungszentrum: „Er war ein Mensch, der etwas tun wollte, der anderen helfen wollte.“ Auch nach seinem Tod wirke Otfried Preußler weiter für das BZ Aschau. Seit 1992 war er Vorsitzender der von ihm mitbegründeten gemeinnützigen Vereinigung „Hilfswerk für die Orthopädische Kinderklinik Aschau“, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Patienten und ihre Familien zu unterstützen.

Über den Namen des bekannten Buchautors kam das Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach zu seiner Bekanntschaft mit dem Behandlungszentrum. Im laufenden Schuljahr kamen Schüler aus Pullach nach Aschau, um sich persönlich ein Bild von der Arbeit zu machen. Letztlich soll auch ein gemeinsamer Name beide Einrichtungen verbinden: das private Förderzentrum im BZ Aschau, eine staatlich anerkannte Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung, will bei der Regierung von Oberbayern einen Antrag stellen, künftig den Namen Otfried-Preußler-Schule führen zu dürfen.

OVB-Online vom 24.2.17: www.ovb-online.de
Mit freundlicher Genehmigung des OVB © OVB

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