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Otfried Preußler

Die kleine Hexe zum Leben erweckt

„Ich bin ein Geschichtenerzähler“, sagte Otfried Preußler von sich. Davon überzeugen konnten sich jetzt im Behandlungszentrum Aschau (BZ Aschau) die Besucher der Lesung zum vierten Todestag des Schriftstellers. Seine Märchen- und Sagengestalten wurden in der „Talstation“ wieder lebendig.

Aschau – In diesem Jahr feiert das BZ Aschau seinen 100 Geburtstag und „die dumme Augustine“ (Maria Braun) wollte der segensreichen Einrichtung im Priental zu diesem Jubiläum eine Geschichte von Otfried Preußler schenken. So ganz konnte sie sich noch nicht entscheiden, denn die Vielfalt des Angebotes war zu groß und die angebotenen Geschichten waren alle so gut. Aber bis zum Tag des Jubiläums im Mai sind noch ein paar Wochen Zeit für diese Entscheidung.

Das Gymnasium Pullach wird nach Kinder- und Jugendbuchautor Otfried Preußler benannt – Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle bei Festveranstaltung

„Otfried Preußler ist ein ausgezeichneter Namensgeber für eine Schule wie das Gymnasium Pullach, die die Persönlichkeitsentwicklung in den Vordergrund stellt“, betonte Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle heute bei der Festveranstaltung zum neuen Namen des staatlichen Gymnasiums. Mit Blick auf das Leben und Wirken Otfried Preußlers ergänzte er: „In den Werken Otfried Preußlers – selbst Lehrer – kommt sein großes pädagogisches Verantwortungsgefühl Kindern gegenüber deutlich zum Ausdruck. Sein selbst formulierter Grundsatz ‚Liebe, Geduld und Nachsicht’ im Umgang mit jungen Menschen, die wir in ihrer Entwicklung begleiten, kann als Richtschnur für eine produktive Lernatmosphäre gelten.“

Sehr geehrter Herr Staatsminister,
liebe Frau Dr. Preußler-Bitsch,
sehr geehrte Festgäste,

Otfried Preußler wurde in einem Interview einmal gefragt, ob er einen Wahlspruch habe. Er antwortete, ohne zu zögern: „Ich lebe gern auf Gottes Welt, und ich arbeite gern. Deshalb lautet mein Wahlspruch: „Dankbar für jeden Tag.““

Ich bin sicher, dieser Wahlspruch trifft auf viele der Tage zu, an denen wir auf den heutigen Festakt hingearbeitet haben, nachdem Sie, sehr geehrter Herr Staatsminister, uns auf Antrag der schulischen Gremien den Namen Otfried-Preußler-Gymnasium Pullach verliehen haben. Arbeit wurde auf den unterschiedlichsten Ebenen geleistet, und das von der ganzen Schulfamilie, um diesen Tag, der ein weiteres Kapitel in der Geschichte unseres Hauses bedeutet, vorzubereiten. Das Ergebnis zeugt von der Freude, die, bei aller Anstrengung, dominiert hat, und deshalb ist es mir ein Anliegen, allen Beteiligten sehr, sehr herzlich zu danken: für engagiertes Eintreten, für kluge Argumentation, für Überzeugungswillen, für Leidenschaft und für die wachsende Kraft der Gemeinschaft auf dem Weg zur Namensfindung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die künftige Gestaltung unserer Schule. Was wir in mehr als einem Jahr gemeinsam erlebt und bewegt haben, ist ein Fundament, auf dem sich trefflich aufbauen lässt.

Anlässlich des 90. Geburtstags von Otfried Preußler am 20. Oktober 2013 wurde im Namen unserer Schule ein Blumengruß auf dem Grab des Schriftstellers und seiner Frau niedergelegt (siehe Foto).

Als besonders schönen Grabschmuck kann man die herbstlich gelben Blätter des Ginkgo Biloba wahrnehmen, die eine Assoziation an das gleichnamige Gedicht Johann Wolfgang v. Goethes hervorrufen und damit bestimmt die große und liebevolle Verbundenheit von Annelies und Otfried Preußler symbolisieren sollen.

„Seien Sie gut zu den Kindern. Wir haben nichts Besseres.“ (Otfried Preußler)
Foto: Copyright © Francis Koenig

Seit heute (01.10.2013) führt das Gymnasium Pullach den Schulnamen

„Otfried-Preußler-Gymnasium Pullach“,

den Herr Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle uns mit Urkunde vom 23. 08. 13 verliehen hat.

Otfried Preußler, der am 18. Februar 2013 im Alter von 89 Jahren gestorben ist, war nicht nur ein weltberühmter Schriftsteller, sondern auch ein ambitionierter Pädagoge, dessen klare Vorstellungen und Überzeugungen sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Werk ziehen.

Er schrieb ganz explizit nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern stets auch für Erwachsene. Nie wählte er eine Sprache, die spezifisch für Kinder erdacht war. Er nahm Kinder und Jugendliche als besonders kritisches Publikum wahr und traute ihnen zu, dass sie die Situationen und Erfahrungen, die das Leben den Menschen zumutet, verstehen und verkraften können und müssen. Die Kraft, die sie dazu benötigen, schöpfen sie, davon war er zutiefst überzeugt, aus der Phantasie, die ihnen in besonderem Maße zur Verfügung steht und die sie entwickeln, wenn sie zur rechten Zeit am richtigen Ort mit den passenden Geschichten oder dem passenden Buch Bekanntschaft machen. Dass sich die Erwachsenen diese Phantasie bewahren sollten, um im Leben zu bestehen, ergibt sich daraus wie von selbst. Der Roman „Krabat“ ist für Jugendliche und Erwachsene jedes Alters geschrieben, das steht außer Zweifel. Liebe und Tod stehen im Mittelpunkt und gehören zu den Mythen, die in jeder Literatur vorkommen. Aber auch „Die kleine Hexe“, mit der wir alle aufgewachsen sind, behandelt Themen der Weltliteratur. Hier geht es um die Ambivalenz von Gut und Böse, es geht um die Rolle von Erziehern und Vorbildern, um die Stärkung des Selbstwertgefühls, den Mut, das für richtig Erkannte zu leben, auch gegen eine vermeintliche Übermacht von Andersdenkenden. Alle Werke Preußlers haben eines gemeinsam: Bei allem Ernst, den das Leben für junge Menschen bereithält, gibt es die Möglichkeit der Wendung zum Guten. Krabats Kantorka besiegt die Macht des Bösen durch ihre Liebe.

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